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Die journalistisch tätigen deutschen Bürger Thomas Röper und Alina Lipp wurden von der EUdSSR wegen unbotmäßiger Berichterstattung sanktioniert:
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Michael Meyen
Michael Meyen | |
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Geboren | 1967 |
Prof. Dr. Michael Meyen (* 1967) ist ein deutscher Kommunikationswissenschaftler. Er fungiert seit 2002 als Professor für Allgemeine und Systematische Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Artikel
- Auf dem Weg zum Wahrheitsministerium, Apolut am 13. Oktober 2021
Reden
Ringvorlesung: Unterwerfung der Universitäten - Studenten Stehen Auf (16. Mai 2023) (Länge: 37:33-134:10 Min.)
Interview
- "Der perfekte Krieg für die USA" - Ehemaliger NDR-Journalist Patrik Baab im Gespräch, RT Deutsch auf Odysee am 17. Juni 2024, 57:28 Min.
- Ukraine-Krieg, der Konflikt zwischen Taiwan und China sowie der Gaza-Krieg bedrohen die Sicherheit auf der Welt. Über diese Konflikte und Kriege gibt es variierende Sichtweisen, die in einer demokratischen Gesellschaft auch als solche abgebildet werden müssen. Wenn nur eine Perspektive ständig wiederholt wird und alle anderen ausgeblendet oder diskriminiert werden, ist das ein schlechtes Zeichen für den Zustand unserer Gesellschaft und unseres System.
- Dies berichtet der ehemalige NDR-Journalist Patrik Baab im aktuellen Gespräch, wobei er von seiner Zeit aus dem umkämpften Gebieten in der Ostukraine berichtet und dabei auch auf die Gefahren für uns in Deutschland Bezug nimmt. Darüber hinaus geht er auf seinen Berufsstand, den der Journalisten ein und führt aus, an welchen Schrauben gedreht werden müsste, um das mediale System wieder auf die Beine zu stellen.
- Anmerkung WikiMANNia: Eine perfekte Einführung in die Hintergründe des Ukraine-Kriegs und Einordnung in den globalen Konflikt, den der Wertewesten mit den BRICS-Staaten austrägt.
- Im Gespräch: Patrik Baab ("Auf beiden Seiten der Front"), Apolut auf Odysee 18. Oktober 2023, 85:37 Min.
- Im Gespräch: Patrik Baab ("Auf beiden Seiten der Front"), Apolut am 18. Oktober 2023
- In diesem Video spricht Michael Meyen mit Patrik Baab im Interview.
- 0:03:24 Min. - Wirklichkeit und Wahrnehmung - mit dem Auto nach Kaliningrad
- 0:11:20 Min. - Wie Propaganda in den Krieg führen kann
- 0:17:30 Min. - Journalismus - den Schwachen eine Stimme geben
- 0:25:37 Min. - Warum die Ukraine keine Ruhe findet
- 0:31:00 Min. - Oligarchen in der Ukraine
- 0:42:41 Min. - Ein Krieg der Narrative?
- 0:50:13 Min. - Als Reporter im Kriegsgebiet
- 0:59:37 Min. - Der Fall Prigoschin[wp]
- 1:08:20 Min. - Kritischer Journalismus unerwünscht?
- 1:19:54 Min. - Zukunftsausblicke und künftige Publikationen
- "Frieden ist alles, doch ohne Frieden ist alles nichts." Dieses von Willy Brandt geprägte Zitat lebt Patrik Baab. Indem er Bücher schreibt wie sein aktuellstes Werk "Auf beiden Seiten der Front - Meine Reisen in die Ukraine" oder sein Klassiker "Im Spinnennetz der Geheimdienste", zeigt er auf, dass bei Konflikten nicht nur beide Seiten gehört werden müssen, sondern auch die Interessen der Nationalstaaten, oder besser, der Menschen mit Macht und Geld, eine entscheidende Rolle spielen.
- Baab ist gelernter Journalist, Politikwissenschaftler und arbeitete zwischen 1988 bis 1997 für den Saarländischen Rundfunk sowie im Anschluss für den NDR, wo er unter anderem für die Berichterstattung in Skandinavien, dem Baltikum, Afghanistan, Russland und dem Balkan zuständig war. Als er im September 2022 über die Abstimmungen im Donbass berichtete, hagelte es Kritik.
- Doch im Vergleich zu den allseits bekannten embeddeten Journalisten, ging Baab schon immer als unabhängiger Journalist an die Front und versuchte, so neutral wie möglich seine Sicht der Dinge zu präsentieren. So auch als er versuchte, sich in der Ukraine ein Bild vom Meinungsklima der Bevölkerung zu machen. Baab besuchte beide Seiten der Front. Was er zu berichten hat, verdient höchste Anerkennung, füllt ein ganzes Buch und wird im Gespräch mit Michael Meyen vertieft.
- Wie uns die Medien regieren, Weltnetz TV am 28. September 2018, 17:27 Min.
- Bunt, grell und originell statt objektive Berichterstattung. weltnetz.tv im Interview mit Michael Meyen über die Krise der Massenmedien, die Auswirkungen auf die Gesellschaft und mögliche Wege aus der Medienkrise.
- In den letzten Jahrzehnten haben sich die Medien und damit auch unsere Gesellschaft von Grund auf verändert. Auslöser dafür sind nach Michael Meyen drei Medienrevolutionen - Privatfernsehen, Internet und Social Media. Durch die ständige Jagd nach Klicks, Likes und Quote entstand eine regelrechte Boulevarisierung der Massenmedien und der Imperativ der Aufmerksamkeit beherrscht die Berichterstattung. Im Ergebnis hat der Journalismus, die so genannte Vierte Gewalt, seine eigentliche Aufgabe aus den Augen verloren: Öffentlichkeit herstellen, die Mächtigen kritisieren, die Mächtigen kontrollieren, uns alle informieren. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien hat dadurch massiv gelitten. Doch die momentane Medienrealität ist kein Naturgesetz, sondern sie ist von Menschenhand gemacht und es gibt Auswege aus der Krise. Dr. Michael Meyen hat als Journalist begonnen: in der Regionalpresse (Leipziger Volkszeitung) und im Radio (MRD Info). Seit 2002 Lehrt er als Professor an die LMU München, bildet dort Journalisten, PR und Werbeprofis aus und schreibt über das, was uns alle am meisten angehen sollte: die Welt der Massenmedien.
Veröffentlichungen
- Leipzigs bürgerliche Presse in der Weimarer Republik. Wechselbeziehungen zwischen gesellschaftlichem Wandel und Zeitungsentwicklung (= Hochschulschriften des Rosa-Luxemburg-Vereins). Rosa-Luxemburg-Verein, Leipzig 1996, ISBN 3-929994-58-5 (zugleich Dissertation, Universität Leipzig 1995).
- Mediennutzung. Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster. UVK Verlag (= UTB Nr. 17), 2001, ISBN 3-8252-2621-2
- Erweiterte und vollständig überarbeitete Neuauflage, UVK (= UTB Nr. 2621), 2004, ISBN 3-8252-2621-2
- mit Maria Löblich: Klassiker der Kommunikationswissenschaft. Fach- und Theoriegeschichte in Deutschland. UVK Verlag, 2006. ISBN 3-89669-456-1
- mit Maria Löblich, Senta Pfaff-Rüdiger und Claudia Riesmeyer: Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft. Eine praxisorientierte Einführung. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011 (= Reihe: Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft), ISBN 3-531-17380-4, zuletzt als 2. überarbeitete Auflage 2019, ISBN 3-658-23529-2
- "Wir haben freier gelebt": Die DDR im kollektiven Gedächtnis der Deutschen (Kultur- und Medientheorie). Transcript-Taschenbuch, 2013, ISBN 3-8376-2370-X
- mit Anke Fiedler: Wer jung ist, liest die Junge Welt. Die Geschichte der auflagenstärksten DDR-Zeitung. Ch. Links Verlag, 2013, ISBN 3-86153-749-4
- Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand: Wie uns die Medien regieren., Westend Verlag, 2018, ISBN 3-86489-206-6
- mit Kerem Schamberger: Die Kurden: Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion., Westend Verlag, 2018, ISBN 3-86489-207-4
- Das Erbe sind wir. Warum die DDR-Journalistik zu früh beerdigt wurde. Meine Geschichte., Herbert von Halem Verlag, 2020, ISBN 3-86962-571-6[1]
- mit Alexis von Mirbach: Das Elend der Medien. Schlechte Nachrichten für den Journalismus. Herbert von Halem Verlag, 2021, ISBN 3-86962-591-0
- Die Propaganda-Matrix: Der Kampf für freie Medien entscheidet über unsere Zukunft. Rubikon, 2021, Dritte Auflage, ISBN 3-96789-020-1[2]
Über Meyen
In seinem neuen Buch "Wie ich meine Uni verlor" erzählt Michael Meyen, wie der akademische Nachwuchs in Deutschland ausgesiebt und auf die Regierungslinie eingeschworen wird.
Warum sollten wir uns mit den Universitäten beschäftigen? Im Vergleich zu den Parlamenten, den Krankenhäusern, den Schulen, ja selbst den Supermärkten und Bäckereien haben die akademischen Weihestätten in den aktuellen Krisen nur wenig Beachtung gefunden. Das war ein Fehler. Denn nicht jeder ist ein Student, aber fast jeder, der heute im öffentlichen Leben eine Rolle spielt, war mal einer. Das gilt für Politiker, für Experten und Wissenschaftler aller Art, für Wirtschaftslenker, Lehrer, Ärzte sowie nicht zuletzt auch für Medienschaffende. Die Universität ist das Nadelöhr, durch das sie alle hindurch müssen. Und dort wird kräftig ausgesiebt und herumgeknetet - sowohl was die politische Linientreue betrifft als auch in Bezug auf Sekundäruntugenden wie Arbeitseifer, Anpassungsfähigkeit und den Verzicht auf eigenständiges Denken. Studenten werden durch die Universitätsstrukturen im Grunde daran gehindert, erwachsen zu werden; so "geschult", erlangen viele dieser unreifen Persönlichkeiten dann die Macht, uns Vorschriften zu machen. Professor Dr. Michael Meyen ist ein Dozent, der durch leidvolle Lebenserfahrung lernen musste, welchen Preis es hat, innerhalb einer solchen "Leeranstalt" auszuscheren, deren geheimes Ziel in systematischer Horizontverengung liegt. Unlängst wurde ihm aufgrund von Kontaktschuldvorwürfen ein Disziplinarverfahren angehängt. Sein Buch erzählt seine berufliche Biografie und beleuchtet darüber hinaus viele der Gründe für die schockierende intellektuelle Dürftigkeit, die während der Corona- und Ukraine-Krieg-Ära zu beobachten war.
Meinhardt bezog sich damit auf die Süddeutsche Zeitung. Die mit dem Slogan "Seien Sie anspruchsvoll". Für Michael Meyen hat sich Meinhards Satz bewahrheitet. Er erklärt einen wichtigen Teil seiner Lebensgeschichte. Der Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München - gern auch nach ihren berühmtesten Studenten als "Geschwister-Scholl-Universität" bezeichnet - passte irgendwann nicht mehr zu der derzeit erforderlichen "Haltung". "Wie ich meine Zeitung verlor" hieß ein Buch Birk Meinhards, dessen Titel Meyen für seine jüngste Veröffentlichung variiert hat. Wer ist Michael Meyen? Folgt man dem, was im Mainstream über ihn geschrieben wird, ist er wohl ein "gefallener Engel aus der Hölle", wie es unser Respektkanzler ausdrücken würde. Ihn umweht der Schwefelgeruch der Umstrittenheit. Anständige Menschen müssen heute völlig unumstritten sein, nirgendwo auffallen, nirgendwo anecken, nichts riskieren, mit dem Strom schwimmen. Begegnet man Professor Meyen persönlich, wirkt er stets bescheiden, freundlich und kompetent. Die Vielzahl seiner Aktivitäten in den Bereichen Lehre, Journalismus und Journalismus-Ausbildung legt den Gedanken nahe, dass er wohl doppelt so lange oder doppelt so schnell arbeiten muss wie "normale" Arbeitnehmer. Selbst der medialen Hetzjagd gegen ihn begegnet er stets gefasst, höflich und unverdrossen. Allenfalls kann man in manchen Momenten ahnen, wie sehr ihn das Unrecht mitnimmt, das er erleiden musste. Der "Fall Meyen" fällt in eine Zeit, in der die Mächtigen rücksichtslos mit ihren Gegnern abrechnen, in der sie diese nicht einmal mehr als Hofnarren oder anregende Provokateure in ihrer Gegenwart dulden möchten. Das Unkraut muss heute mit der Wurzel ausgerissen werden. Aus unserer Sicht, als kritische, vielseitig informierte Zeitgenossen, kristallisiert sich mittlerweile eine Faustregel heraus: Diejenigen Personen, um die die größten Skandale inszeniert werden, sind oft die Besten: Ulrike Guérot[wp], Sucharit Bhakdi, Patrik Baab, Rudolph Bauer[wp]. Wo Menschen noch selbstständig denken, da lass dich ruhig nieder. Michael Meyen gehört ohne Zweifel dazu. Déja-vu-Erlebnisse im Westen Wer also ist Michael Meyen? Hier muss man vor allem seine DDR-Biographie mit in den Blick nehmen, auf die sich der Professor auch in diesem Buch oft bezieht. Meyen war
Aus der DDR-Vergangenheit lernen, heißt Wachsamkeit lernen. Viele im Westen, speziell auch im wohlhabenden München, schwingen zu sehr in falscher Harmonie mit "ihrer Obrigkeit" mit. Sie kennen nicht die Brüche, die vielfachen Enttäuschungen, das bittere Gefühl, von all den offiziösen Großsprechern aus Politik und Medien betrogen worden zu sein. Meyen also war in seiner Jugend "Student an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig, der Kaderschmiede für die Propagandisten des Sozialismus". Sicher kam er mit der heutzutage naiv anmutenden Absicht in den Westen, dass in der "freien Welt" alles ganz anders ablaufen würde. Meyen fand jedoch eher - wenn auch mit etwas Verzögerung - Phänomene vor, die ihm vertraut vorkamen:
Seine aus westlicher Sicht "dunkle" Vergangenheit motivierte Michael Meyen, besser zu sein als der Rest, sich noch mehr anzustrengen als seine Mitbewerber.
Michael Meyen ist auch als Publizist in den letzten Jahren sehr fruchtbar gewesen. Ein Buch, "Die Propaganda-Matrix", entstand, ebenso wie die Kolumne "Medienrealität" bei Rubikon und Manova, in denen er Fehlentwicklungen mit Scharfblick unter dem Gesichtspunkt ihrer journalistischen Aufbereitung analysiert. Was haben Universitäten und Journalisten eigentlich miteinander zu tun?
Und welche Art von Musik ist heute angesagt? Hier trifft der Spruch "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" zu: Universitäten bereiten Journalisten darauf vor, Herrschaftswissen wiederzukäuen und als Chorknaben nach dem Dirigat der Macht immer genau das zu intonieren, was von ihnen verlangt wird. Die Religion der Gegenwart Und was macht die Universitäten für Regierende so attraktiv, dass sie ihre Indoktrinationsbemühungen mit besonderem Eifer auf diese fokussieren?
Wer nicht über die Universitäten sprechen will, sollte also über andere vordergründig interessantere Bereiche der Gesellschaft schweigen.
Dabei ist in einer säkularisierten, eigentlich halt- und glaubenslosen Zeit die Wissenschaft von überragender Bedeutung. Erst die Corona-Zeit mit ihren penetranten Drosten- und Wieler-Personality-Shows machte uns dies in seiner ganzen Tragweite deutlich.
Dabei ist der heutige Umgang mit Wissenschaft im Grunde unwissenschaftlich, weil er statt auf Neugier, methodischen Zweifel und ergebnisoffene Untersuchungen darauf setzt, diejenigen Erkenntnisse durch Verwendung von Fachvokabular zu adeln, die von Macht- und Geldinstanzen für opportun gehalten werden. Dabei gilt:
Jeder Dogmatismus, jede zu große Selbstgewissheit, wie wir sie in Corona-Zeiten bei eingebetteten Wissenschaftlern erlebt haben, ist im Grunde fehl am Platz. Schon das berühmte Milgram-Experiment[wp] von 1961 hat aber gezeigt:
Diese kollektive Glaubensbereitschaft, verbunden mit alles andere als glaubwürdigen Wissenschaftlern, ist im politischen Kontext brandgefährlich. Studenten sollen Kinder bleiben Nicht zuletzt menschelt es auch im Milieu der "exakten Wissenschaft" beträchtlich. Eine Kollegin Meyens, so berichtet er, wollte nicht anerkennen, "dass in jedem 'Fakt' ein Mensch steckt und damit ein Interesse". Sie habe ihm entgegengehalten:
Meyen entgegnet aber:
Um Meyens Absturz vom Wissenschaftsolymp zu ermessen, muss man die Fallhöhe in den Blick nehmen. Als er ungefähr 30 war, "kam ein Ruf der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die beste Hochschule des Landes wollte mich. Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung. Ich konnte das gar nicht glauben und hätte fast recht behalten." Meyens rasanter Aufstieg war letztlich zu schön, um wahr zu sein. Denn der Preis, der von ihm erwartet wurde, um weiter oben zu schwimmen, war intellektueller und moralischer Selbstverrat. Anfangs meinte Michael Meyen noch, das akademische Establishment würde ihn zumindest als einen schicken Farbfleck auf dem einheitsgrauen Sakko dulden. Vielleicht, so gibt er die möglichen Gedanken seiner Vorgesetzten wieder,
Interessant an "Wie ich meine Uni verlor" ist nämlich auch die ganze Vorgeschichte. Lange bevor die Universität eine politische und hypermoralische Anstalt wurde, wurden wichtige Weichen formaler Art gestellt. Willst du das eigenständige Denken erdrosseln, so könnten sich die Bologna-Konstrukteure gedacht haben, nimm den Studierenden zuerst die Zeit und innere Ruhe, die sie bräuchten, um kreative Gedanken überhaupt erst zu entwickeln. Bring sie dazu, ängstlich auf Noten zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, ihren Dozenten als den Austeiler der ersehnten Brosamen gefügig zu umsäuseln und alle Gedanken aus ihrem Hirn auszuradieren, außer
Im Endeffekt soll verhindert werden, dass aus Studierenden reife und im vollen Sinn des Wortes erwachsene Menschen werden. Es wird alles getan,
Dies alles wäre nichts weiter als ein skurriler Fall kollektiver Psychopathologie, würden nicht viele der auf diese Weise geistig und charakterlich Zurechtgestutzten am Ende Macht über uns alle in ihren Händen halten. Die Pandemie der Unterwürfigkeit Pisa und Bologna gingen der geistigen Dürre und jener Pandemie der Unterwürfigkeit voraus, die wir heute an Schulen und Universitäten beobachten können. Alles hätte anders kommen können,
Welcher "tiefere Sinn" lag in der radikalen Umgestaltung der Universitäten vor etwa 25 Jahren?
Die Gedanken der Studierenden kreisen heute nicht mehr darum, was sie vom Leben wollen und nach welchen Erkenntnissen es sie verlangt, sondern darum, was sie müssen beziehungsweise noch dürfen. Zum großen Teil negativ bewertet Michael Meyen in diesem Zusammenhang auch die brachial vorangetriebene Digitalisierung. Was wir heute an peinlicher Rückgratlosigkeit in der akademischen Welt erleben, ist
Die neuen Kanäle formten so die altvertrauten Botschaften, die lauten:
Das Internet gibt einem Fehler - oder dem, was Etablierte für einen Fehler halten - quasi Ewigkeitscharakter. Alles ist für immer abrufbar, nichts wird verziehen. Und ein Artikel kann online von heute auf morgen verschwinden; bei Print-Magazinen, die in Hunderten von Exemplaren in den Wohnzimmern der Leser herumliegen, ist dies nicht möglich.
Ein freies Studium, in dem selbstständiges und vernetztes Denken gefördert wird, definiert Michael Meyen im Gegensatz dazu so:
Die Älteren von uns erinnern sich vielleicht sogar noch daran, dass es an Universitäten, speziell in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten, tatsächlich so gewesen ist. Heute erscheint so eine Beschreibung wie ein schönes Märchen von anno dazumal. Keine "2023er-Revolte" Die auf Einengung und Unterwerfung hin konzipierte Organisation des Studienbetriebs resultiert letztlich auch in politischem Kleinmut.
Schon in den frühen Jahren wird auf Menschen also ein enormer Angstdruck ausgeübt, derart, dass sie ihr Verhalten mit Blick auf mögliches späteres Bewertetwerden zu normieren haben. Michael Meyen verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Art und Weise, wie im Nationalsozialismus und in der DDR die Universitäten planmäßig unterworfen worden sind. Die Drohung mit Strafen im engeren Sinn des Wortes ist dazu gar nicht nötig. Es genügt ein
Wer als Student diese Mühle durchlaufen hat, wird später als Professor höchstwahrscheinlich gar nicht mehr auf die Idee kommen,
Die erste Bologna-Generation lehrt jetzt an den Universitäten und ist auch in der Politik angekommen - die Folgen sind verheerend. Hinzu kommt das Desaster der "Drittmittel", mit deren Hilfe Professoren in ähnlicher Weise von der Wirtschaft gekauft werden können wie Profifußballer von entsprechend finanzkräftigen Vereinen. Meyen schreibt sogar,
Bezeichnenderweise wurden der Technischen Universität (TU) München laut Meyen in den letzten vier Jahren 41 Professuren geschenkt. Edelmut? Nein, auch in diesem Sektor bekommt man nichts umsonst. Die Folge:
Warum geben taffe Wirtschaftslenker ihr kostbares Geld für etwas vermeintlich so Verstiegenes wie Professoren aus?
Das Stigma der Meyen-Nähe Erschütternd sind die Berichte Michael Meyens über das Verhalten seiner Kollegen und Studenten, seit er mit diversen Vorwürfen konfrontiert wurde. Kontaktschuld spielte dabei eine wesentliche Rolle.
Außerdem soll Meyen - man ahnt es fast schon - Ken Jebsen als Quelle empfohlen haben.
Und er war für kurze Zeit formal Herausgeber der Zeitschrift Demokratischer Widerstand. Ebenfalls vorhersehbar war, dass bei den Vorwürfen, die gegen ihn erhoben wurden, das Wort "Verschwörungstheorie" fiel. Die Vertreter der Anklage legen keine Wert auf Originalität und Integrität, sie sondern ab - was in einem bestimmten Kontext von ihnen erwartet werden kann. Und die Studenten? Anstatt die Vorfälle zum Anlass für Protest zu nehmen, wie man sie aus der jüngeren Geschichte der Universitäten kennt, beeilten sie sich, das offenkundig sinkende Schiff zu verlassen. Angst saß ihnen im Nacken.
Meyens Stern, der am akademischen Himmel eine Zeit lang hell gestrahlt und ihm gar den Ehrentitel "Speerspitze der Wissenschaft" eingetragen hatte, sank rapide.
Weder Mut oder menschlicher Anstand noch Sachkenntnis bezüglich der Themen, um die es Michael Meyen ging, focht die Reißausnehmenden an. Nur weg vom geistigen Infektionsherd, bevor ich angesteckt werde. Ein "Linkes Bündnis gegen Antisemitismus München" veröffentlichte einen Artikel unter dem Titel "Michael Meyen und das Antisemitismusproblem an der LMU". Dies macht den Antisemitismusvorwurf, der eigentlich schlimmer Judenfeindlichkeit vorbehalten sein sollte, beliebig, wertet das Wort zur Allzweckwaffe gegen alle ab, die man aus irgendeinem Grund nicht mag oder loswerden will. Zudem wird Druck auf die Ludwig-Maximilians-Universität ausgeübt, sich von der potenziellen Kontaminationsquelle zu trennen. Besagtes Bündnis "informiert" noch immer jeden Veranstalter, der Michael Meyen zu einem Vortrag einladen will, über dessen vermeintliche Nichtswürdigkeit. Mit Beginn des Sommersemesters 2023 wurde Meyen mitgeteilt, dass seine Universität darum gebeten habe, ein Disziplinarverfahren gegen ihn einzuleiten. Dieses ist zum heutigen Zeitpunkt immer noch anhängig. Zur Last gelegt wurde ihm neben anderen Vorwürfen ein kurzes Werbevideo für den Demokratischen Widerstand. Der Trägerverein des Mediums werde dem Phänomenbereich "Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates" zugerechnet. Man sieht, dass die Saat dieses für die Meinungsfreiheit tödlichen Knebelgesetzes jetzt nach und nach aufgeht. Die außenreizgesteuerte Universität Die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über Michael Meyen ist zugleich Symptom einer weiteren bedenklichen Entwicklung. Die Freiheit der Lehre wird nicht nur durch die Einflussversuche von Staat und Wirtschaft beschnitten - nun müssen Lehrende und Lernende auch noch nach dem Wohlwollen der großen Medien schielen.
Das bedeutet, drastisch ausgedrückt:
Wer die Machtverhältnisse und die Strategien der Macht so klar sieht wie Meyen, bei dem ist anhaltender Widerstand doppelt mutig. Menschen, die sich ohnehin fast nur innerhalb einer alternativen "Bubble" bewegen, können kaum ermessen, welchem Druck jemand ausgesetzt ist, der im Reich der "Normalen" und Etablierten heutzutage etwas werden - oder bleiben - will. Der Widerstreit zwischen dem, was verlangt wird, und dem, was das eigene Gewissen als richtig erkannt hat, mag den Betreffenden schier zerreißen. Oder ihm außergewöhnliche mentale Stärke verleihen. Dieses Buch ist neben seinen aufschlussreichen Sachaussagen auch ein Dokument des Nichtaufgebens, der fairen, jedoch spitzzüngigen intellektuellen Gegenwehr angesichts unsäglicher Angriffe. Denn mag die Solidarität mit dem "umstrittenen" Professor innerhalb des "Lagers" notorischer Medien- und Regierungskritiker auch erfreulich groß sein: Sobald Michael Meyen diesen schützenden Raum verlässt, sieht er sich umgeben von mächtigen Feinden aus Politik, Mainstream-Presse, Wirtschaft, universitärem Establishment, ja selbst vonseiten der Studenten und ehemals vertrauter Weggefährten. Jenseits der Häppchen-Wissensvermittlung Im Mikrokosmos des "Falls Meyen" spiegelt sich das große Ganze, entlarven sich die kleingeistige Mentalität und der Selbstverrat der Stützen der Gesellschaft, ihre vielfältigen Verflechtungen und wechselseitigen Abhängigkeiten sowie die Verachtung der Freiheit des Geistes. Der isolierte Einzelne, der - institutionell, nicht etwa mental - Schwächere, ist immer eine Art Fairness-Tester für die Mächtigeren. Daran gemessen ist das Versagen der Verfolger Michael Meyens ein vollständiges. Der Weg aus der Misere heraus - so unwahrscheinlich so eine Entwicklung aus heutiger Sicht auch erscheinen mag - wäre zu finden durch die klare Analyse und dann Umkehrung der heute leider etablierten Verhältnisse: durch die entschiedene Rückkehr zu einem humanistisch-emanzipatorischen Menschenbild, wie es an den Universitäten lange Zeit wenigstens der Absicht nach gelehrt wurde; durch das Abschneiden der Gängelbänder, an die sachfremde und übelwollende Interessengruppen die Universitäten gelegt haben. Wäre dies vollbracht, könnte auch wieder eine Bildung blühen, die diesen Namen verdient und sich nicht in einem würdelosen Dauer-Kotau vor den Götzen Effizienz und Sollerfüllung erschöpft.
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– Roland Rottenfußer[wp][3] |
Einzelnachweise
- ↑ Irmtraud Gutschke[wp]: Keine Rückkehr ins 'Rote Kloster'. Vor 30 Jahren wurde die Sektion Journalistik an der Leipziger Universität abgewickelt. (Rezension des Buches von Meyen) In: nd Die Woche vom 12./13. Dezember 2020, S. 19.
- ↑ Buchbeschreibung:
Der Journalismus ist tot. Mit oder an Corona gestorben, nach langem Siechtum. Schon vorher war die "vierte Gewalt" schwer krank, hing arbeitsunfähig und durchseucht von Politik am Tropf der Industrie. Das Virus hat dem Patienten nur den finalen Schlag versetzt. Im Untergang bekämpft der Medien-Mainstream alle bis aufs Messer, die seinen Job übernehmen könnten. Es wird verboten, verleumdet, zensiert und gelöscht. Wer die falschen Fragen stellt, wird zum Schweigen gebracht. Michael Meyen sagt: Medienkritik war gestern. Hört auf, die News der Propagandamaschine als Fakes zu entlarven. Schimpft nicht länger auf Tagesschau, Claus Kleber, Spiegel und die Zensurmaschine Google. Dass wir beständig manipuliert werden, wussten schon die weisen Alten: Edward Bernays, Walter Lippmann[wp], Noam Chomsky[wp]. Nun aber ist es an der Zeit, deren Wissen ins Hier und Jetzt zu überführen - um zu verstehen, was gerade geschieht, vor allem aber als Anleitung für die so dringend nötige Medienrevolution.
Michael Meyen zerstört den Mythos der Leitmedien, befreit uns aus der Propaganda-Matrix und macht all jenen Mut, die sich für eine bessere, gerechtere Welt engagieren: Freiheit ist möglich, braucht jedoch einen vollkommen neuen Journalismus. - ↑ Die Unterwerfung der Universitäten, Apolut am 15. September 2023 (Ein Standpunkt von Roland Rottenfußer[wp].)
Netzverweise
- Wikipedia führt einen Artikel über Michael Meyen
Wie Medien unsere Realität bestimmen - Prof. Dr. Michael Meyen - Jasmin Kosubek (22. Januar 2023) (Länge: 59:30 Min.)
- Michael Meyen: "Leben wir in einer Simulation?" - Über die Medien-"Matrix".
- Patrick Guyton: Verfassungsschutz prüft LMU-Professor: Völlig losgelöst, taz am 6. April 2023
- Die Münchner Universität LMU hat ein Problem: Professor Michael Meyen. Der wird Herausgeber eines "Querdenker"-Blattes.