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Weibliche Überlegenheit
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Einige Strömungen im Feminismus sehen - explizit oder implizit - Frauen als Menschen an, die moralisch, sozial und/oder intellektuell höher stehen als Männer, und "weibliche" Prinzipien, Vorgehensweisen und Charaktermerkmale (zu denen nur biologische Frauen fähig sind) als einzige Lösung vieler oder aller gesellschaftlicher Probleme ansehen ("Wenn Frauen die Welt regieren würden, gäbe keinen Krieg, Hunger etc."). Man kann es nun aus wenigstens zwei Gründen für sehr erstaunlich halten, dass es solche Strömungen im Feminismus überhaupt gibt:
- Bei anderen Gelegenheiten (speziell bei intellektuellen Fähigkeiten, in denen Männer statistisch besser abschneiden, beispielsweise räumliches Denken) wird regelmäßig vehement abgestritten, es könnte biologische Ursachen für die statistische Überlegenheit eines Geschlechts bei einzelnen Fähigkeiten geben. Sofern der Vergleich zugunsten von Frauen ausfällt, gibt es offenbar doch biologische Ursachen für statistisch bessere intellektuelle Fähigkeiten. Ein krasser innerer Widerspruch[ext], je nach Kontext wird mit genau entgegengesetzten Behauptungen argumentiert.
- Männer, speziell Männer in leitenden Positionen, wahlweise als testosteron-gesteuert, empathiefrei, streitsüchtig oder andere Weise asozial zu bezeichnen, widerspricht der allgemeinen Lebenserfahrung und ist ein klassischer Sexismus der übelsten Sorte. Dies zu übersehen ist für eine Bewegung, die hochempfindlich auf die geringsten Diskreditierungen von Frauen reagiert, eine höchst erstaunliche Fehlleistung.
Unabhängig davon, ob man überrascht davon ist oder nicht, sind sexistische und in sich widersprüchliche feministische Argumentationen weit verbreitet:
- Das beste Beispiel ist das Frauenstatut von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, das effektiv ein Matriarchat realisiert, weil es offenbar zu gefährlich ist, Männern die Mehrheit zu überlassen.
- Ein "offizielles" Beispiel für gegen Männer gerichteten Sexismus sind die Argumente, mit denen die ProQuote Medien, eine Initiative gegen die Gleichberechtigung von Männern in Medienberufen[ext], pauschal Männer in leitenden Funktionen verunglimpft.
- Der Deutsche Frauenrat formuliert in seiner Resolution "Ohne Frauen fehlt der Technik was":
- "... Dennoch spielen ihre Wünsche und Erwartungen [von Frauen] an diese Geräte und Maschinen bei deren Entwicklung kaum eine Rolle. Dass z. B. Hersteller von Waschmaschinen wirklich wissen, "was Frauen wünschen", kann getrost bezweifelt werden."
- Auf gut Deutsch: Männer sind zu dumm, um die Anforderungen von Frauen an Waschmaschinen zu erfragen, zu verstehen oder umzusetzen. Nach dem gleichen Denkmuster können weibliche Ärzte keine Männer behandeln oder weibliche Friseure Männern nicht die Haare scheiden und weibliche Ingenieure keine Akkuschrauber mitentwickeln, ein Lieblingsspielzeug für Männer.
- Dem Frauenrat scheint auch unbekannt, dass Warentester weibliche Personen zum Testen von Waschmaschinen einsetzen und die männlichen Waschmaschinen dabei recht gute Urteile bekommen und dass über die Funktion und Produktgestaltung einer Waschmaschine weniger die Ingenieure, sondern viel mehr die Marketingabteilung und die Designer entscheiden. Dort sind wiederum reichlich Frauen vorhanden, und die wiederum erstellen oft sehr präzise Marktanalysen. Sachlich ist also der Vorwurf, Haushaltsmaschinen würden wegen der Dummheit der Männer "frauenfeindlich" gestaltet, haarsträubender Unsinn und ein gutes Beispiel für die Vorurteile von Feministinnen und das Qualitätsniveau feministischer Argumentationen.
- Die eigentliche Botschaft ist "Männer sind dumm" und die Schlussfolgerung "biologische Frauen sollen Männer in den Ingenieurarbeitsplätzen verdrängen".
- Das Argumentationsmuster, Männer seien zu dumm, um Produkte für Frauen (oder alle Menschen) zu entwerfen, findet man bei allem Ingenieurberufen seit Jahren immer wieder. Ein Beispiel aus der Informatik ist Gender-Professor Barbara Schwarze, die seit Jahren ungezählte Interviews gegeben bzw. Zeitungsartikel geschrieben hat, in denen sie behauptet, "bei der Software-Entwicklung für technische Geräte [würde] oft zu wenig überlegt, wie Verbraucher mit der Benutzerführung zurechtkämen".[1] Übeltäter sind die 85 % männlichen Informatiker, offenbar allesamt denk- und empathieunfähige Nerds, die die 15 % weiblichen Informatiker, die alles besser machen würden, wenn man sie nur ließe, gnadenlos unterdrücken. Diese Ansichten sagen mehr über die involvierten Gender-Forscher als über die - entweder nicht bekannte oder bewusst falsch dargestellte - Realität aus.
- Ein Beispiel aus der Politik lieferte Susanne Gaschke, ehemalige Journalistin bei der feministisch geprägten Zeitschrift DIE ZEIT und von dort auf den Posten des Oberbürgermeisters der Stadt Kiel berufen. Am 28. Oktober 2013 erklärte sie wegen einer Steueraffäre ihren sofortigen Rücktritt. In ihrer vielbeachteten Rücktrittsrede benannte sie als Gründe für den Rücktritt die "... testosterongesteuerten Politik- und Medientypen, die unseren Politikbetrieb prägen" sowie den Widerstand gegen ihren neuen, weiblichen Politikstil. Dieser neue Stil bestand zu wesentlichen Teilen darin, im festen Vertrauen auf weibliche Intuition Gesetze übertreten zu dürfen und notwendige Kontrollen unterlassen. Widerstand gegen ihren Stil erklärt sie als "Hass", denn sachliche Kritik an weiblichen Prinzipien und Vorgehensweisen ist aufgrund deren Perfektion prinzipiell nicht möglich, selbst parlamentarische Opposition gegen einen weiblichen Politikstil moralisch anrüchig.[2]
- Weibliche Suprematie wird übrigens nicht nur von Frauen gepredigt, sondern auch von radikalfeministischen Männern. Ein besonders krasses Beispiel ist der folgender Text:
- Melvin Konner: The End of Male Supremacy, The Chronicle am 30. März 2015
- Würde man in diesem Text Männer gegen Juden und Frauen gegen Arier austauschen, dann käme im Ergebnis ein klarer Fall von Rassismus und Volksverhetzung nach § 130 StGB heraus.
Einzelnachweise
- ↑ Expertin: Mehr Frauen in der Informatik würden allen guttun, Heise am 8. März 2011 (Anreißer: In wenigen Bereichen der Gesellschaft sind Frauen so unterrepräsentiert wie in den Computerwissenschaften und Berufen der IT-Branche. Dies zeige sich auch in der Bedienung von technischen Geräten, so die Expertin Barbara Schwarze.)
- ↑ Ausführliche Kritiken zum Rücktritt:
- Christiane Hoffmann: Rücktritt von Kiels OB Susanne Gaschke: Die testosterongesteuerte Fraux, Spiegel am 28. Oktober 2013
- Anreißer: Susanne Gaschke begründet ihren Rücktritt als Kieler Oberbürgermeisterin auch mit ihrem Scheitern als Frau in einer männlich dominierten Politikwelt. Tatsächlich ist sie an sich selbst gescheitert.
- Prof. Dr. Gerhard Amendt: Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten..., Agens e.V.
- Frank Pergande: Gaschkes Rücktritt in Kiel: Eine Frau, der Hass und das Testosteron, FAZ am 28. Oktober 2013
- Anreißer: Susanne Gaschke ist als Oberbürgermeisterin in Kiel zurückgetreten. Die Schuld für ihr Scheitern sucht sie bei anderen. Sie kritisiert kleinliche Mandatsträger, die Lokalzeitung sowie "testosterongesteuerte Politik- und Medientypen".
- Christiane Hoffmann: Rücktritt von Kiels OB Susanne Gaschke: Die testosterongesteuerte Fraux, Spiegel am 28. Oktober 2013
Querverweise
| Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Feministische Konzepte - Feminismus als Ideologie von der intellektuellen und ethischen Überlegenheit von Frauen (weibliche Suprematie) von Maskulismus für Anfänger. |