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Oles Busyna

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Oles Busyna
Oles Busyna (2008)
Gelebt 13. Juli 1969–16. April 2015
Beruf Journalist
URL buzina.org

Oles Oleksijowytsch Busyna (russisch Оле́сь Алексе́евич Бузина́, ukrainisch Олесь Олексійович Бузина; 1969-2015) war ein ukrainischer Journalist, Schriftsteller und Moderator.[1]

Leben

Busynas Eltern stammen Eigenangaben zufolge von ukrainischen Kosaken[wp] und Bauern[wp] ab. Vater Alexei Grigorjewitsch Busyna (1937-2000) war Oberstleutnant im KGB der Ukrainischen SSR[wp] und im SBU[wp]. Der Urgroßvater diente als Offizier in der zaristischen Armee[wp] und wurde während der Kollektivierung in den 1930er Jahren[wp] enteignet und zum Bau des Weißmeerkanals[wp] gezwungen. Er besuchte dieselbe Schule wie die spätere ukrainische feministische Schriftstellerin Oksana Sabuschko[wp]. Busyna wuchs in Kiew auf und absolvierte im Jahr 1992 die Philologische[wp] Fakultät der Schewtschenko-Universität[wp] Kiew mit Schwerpunkt "Lehrer für russischen Sprache und Literatur". Im Anschluss arbeitete er für verschiedene Kiewer Zeitungen.

Er war von Oktober 2006 bis zu seiner Ermordung als Moderator im ukrainischen Fernsehen tätig. Im Januar 2015 wurde er Chefredakteur der Tageszeitung Sewodnja[wp], die Rinat Achmetow[wp], dem Hauptfinanzier der Partei der Regionen[wp] von Wiktor Janukowytsch[wp], gehört, trat jedoch bereits im März 2015 wegen Meinungs­verschiedenheiten von dem von ihm innegehabten Amt. Als Autor und Moderator war Busyna an der elfteiligen Fernseh­dokumentation "Spuren der Vorfahren mit Oles Busyna" beteiligt. Insgesamt produzierte er etwa drei Dutzend Dokumentationen.

Positionen

Busyna vertrat das Konzept eines dreieinigen russischen Volkes[wp] und identifizierte sich daher sowohl mit der ukrainischen und der russischen Nation. Er unterstützte die Föderalisierung der Ukraine, ihre Unabhängigkeit und die Zweisprachigkeit des ukrainischen Kulturlebens und polarisierte mit seinen auflagenstarken Büchern zu Geschichtsthemen. Er befürwortete die "Wiederbelebung des Russischen Reiches[wp]" und beklagte, dass er stattdessen "gezwungen war, sich den hässlichen Bedingungen" des Wiederaufbaus einer "unabhängigen Ukraine" anzupassen.[2]

Busyna galt als Gegner des Euromaidan und der Regierung Poroschenko. Er kandidierte bei der Parlamentswahl 2014[wp] erfolglos für die prorussische und teils panslawistische[wp] Partei Russischer Block[wp]. Als Schriftsteller hatte er zuletzt die Zensur durch die neuen prowestlichen Machthaber sowie ein Auftrittsverbot im Fernsehen beklagt.

Er vertrat die Auffassung, dass das Hauptziel ukrainischer Nationalisten primär nicht darin bestünde, eine eigenständige ukrainischen Kultur aufzubauen, sondern lediglich die russische zu zerstören. Oles Busyna war ein Opponent der "Orangenen Revolution"[wp] und initiierte außerdem die so genannte "Schewtschenkophobie"-Bewegung.

Im Januar 2006 erklärte Oles Busyna, dass er als Schriftsteller von der Existenz politischer Zensur durch das neue Klientelregime der Ukraine wisse, da mehrere ukrainische Verlage Angst hätten, seine Bücher zu veröffentlichen.

Im Mai 2009 schlug Oles Busyna ein Gesetzespaket vor, das neonazistische Organisationen und Nazi-Propaganda verbieten und die Verbreitung des ideologischen Erbes der OUN[wp] als totalitäre faschistische Partei untersagen sollte. Dieser Vorschlag wurde von Borys Kolesnikow[wp], einem der führenden Funktionäre der Partei der Regionen, unterstützt. Laut Oles Busyna, der auf der gegen die Orangene Revolution gerichteten Webseite "Antifaschistisches Komitee der Ukraine" publizierte, förderte der damalige ukrainische Staatspräsident Wiktor Juschtschenko den ukrainischen Neonazismus und sei selbst ein Neonazi.

Es wurden Versuche unternommen, Busynas Meinung sowie literarische und publizistische Tätigkeit zu zensieren. Im Mai 2009 wies die Nationale Experten­kommission der Ukraine zum Schutz der öffentlichen Moral ihre Mitarbeiter an, die Printmedien auf die Einhaltung des Gesetzes zum Schutz der öffentlichen Moral zu überwachen. Dies geschah auf Initiative des Kommissions­mitglieds P. Kononenko, Direktor des Instituts für Ukrainistik, der die Kommission auf Oles Busynas Veröffentlichungen in der Zeitung "Segodnya" aufmerksam gemacht hatte. Diese würden angeblich "prominente ukrainische Persönlichkeiten diskreditieren und alles Schändliche unserer Geschichte hervorheben".

Bis April 2009 waren elf Klagen gegen ihn anhängig, die er allesamt gewann. Mindestens eine dieser Klagen, im Jahr 2000, wurde vom Ukrainischen Schriftsteller­verband eingereicht. Nach seinem Freispruch wurde er vor dem Gerichtsgebäude angegriffen. Auch die Politiker Pawlo Mowtschan[wp] (Vorsitzender der Proswita[wp]) und Wolodymyr Jaworiwskyj[wp] (Julia-Timoschenko-Block[wp]) reichten Klagen gegen Busyna ein.

Busyna vertritt traditionalistisch-konservative Ansichten, weshalb ihn die Lobby­organisation homoerotisch veranlagter Männer "Schwulenforum der Ukraine" 2011 auf Platz vier ihrer Liste der "homophoben Persönlichkeiten des Jahres" setzte. Konkret wird der Schriftsteller mit folgenden Worten über homoerotisch veranlagte Personen zitiert: "Sie sollten meinen menschlichen Ausdruck körperlichen Ekels ihnen gegenüber respektieren und versuchen, ihre perversen Neigungen nicht in meiner Gegenwart zur Schau zu stellen. Vor allem sollten sie diese der Gesellschaft nicht aufzwingen. Eine Schwuchtel gehört unter Schwuchteln."

Oles Busynas Lieblingsbücher aus Russland sind Michail Lermontows[wp] "Ein Held unserer Zeit" und Michail Bulgakows[wp] "Die Weiße Garde". Unter den zeitgenössischen ukrainisch­sprachigen Autoren hebt er Les Poderevyansky[wp] und Jurij Wynnytschuk[wp] hervor. Oksana Sabuschkos "Feldstudien zum ukrainischen Sex" hält er für einen mittelmäßigen Text mit einem treffenden Titel.

Tod

Grab von Oles Busyna

Im März 2015, einen Monat vor seinem Tod, sprach Busyna in einem Interview mit der Rossijskaja Gaseta über Angriffe und Morddrohungen gegen ihn. Auch in mehreren Fernseh&sy;sendungen, darunter derjenigen von Wladimir Solowjow am 30. Januar 2014, äußerten Besorgnis über lebens&sy;bedrohliche Situationen.

Am 16. April 2015, einen Tag nach dem Attentat auf den Politiker Oleh Kalaschnikow[wp], wurde Busyna gegen 13:20 Uhr in der Nähe seines Hauses in der Dehtiarivska-Straße 58 im Kiewer Zentrum aus einem Pkw heraus erschossen. Er hinterließ seine Ehefrau und eine Tochter.[1][3][4] Nach Angaben des Innenministeriums handelte es sich bei den Tätern um zwei unbekannte, maskierte Männer. Ein Auto mit italienischen Kennzeichen wurde später im Kiewer Stadtteil Schewtschenkiwskyj verlassen aufgefunden. Im Inneren des Wagens fanden sich keine Hinweise auf die Täter.

Am 19. April 2015 wurde er auf dem Berkowezkyj-Friedhof[wp] beerdigt.[5]

Strafrechtliche Ermittlungen

Zwei Tage vor dem Mord an Oles Busyna wurden seine persönlichen Daten auf der Webseite Mirotworez[wp] veröffentlicht. Die Daten Oleh Kalaschnikows wurden ebenfalls zwei Tage vor dessen Ermordung auf Mirotworez veröffentlicht.[6] Ob ein Zusammenhang mit seiner Ermordung besteht, ist allerdings bisher ebenso wenig bekannt wie das Motiv der Mörder.

Bekannt war, dass sowohl Kalaschnikow wie Busyna als Zeugen bei einer Untersuchung der Anti-Maidan-Proteste zugunsten der damaligen Staatsmacht auftreten sollten.[7][8]

Die Polizei ging von einem Auftragsmord im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Journalisten aus. Darüber hinaus wird die Theorie einer persönlichen Feindschaft untersucht, die mit der Veröffentlichung von Busynas Wohnadresse in Verbindung steht. Andere Theorien, die von Vertretern des Innenministeriums, ukrainischen Behörden und Politikern geäußert wurden, umfassen eine Provokation durch russische Geheimdienste, Konflikte innerhalb der Opposition oder Racheakte von Kriminellen, mit denen Busyna angeblich in Verbindung stand. Außerhalb der Ukraine (insbesondere von Vertretern der russischen Regierung und der italienischen Zeitung "La Repubblica") wird die Ansicht vertreten, der Mord sei politisch motiviert und Teil einer Kampagne zur Ausschaltung der politischen Opposition.

Am 18. Juni 2015 verkündete Awakow die Aufklärung des Mordes und die Festnahme dreier Tatverdächtiger. Alle Festgenommenen waren Aktivisten der rechtsextremen Bewegung. Einer der Festgenommenen, Andrij Medwedko (bekannt als "Manson"), war ein aktiver Maidan-Aktivist und Vorsitzender des Bezirksverbands Petschersk der Allukrainischen Union "Swoboda" in Kiew. Er war Aktivist und einer der Gründer ihres radikalsten Flügels, der Organisation "C14". Ende 2014 diente er kurzzeitig in der Anti-Terror-Operation (ATO) als Teil des Bataillons "Kiew-2" des Innenministeriums. Ein weiterer Festgenommener, Denys Polischuk (Rufname "Allah"), ebenfalls Nationalist und Teilnehmer des Krieges im Donbass, kandidierte 2012 für die Werchowna Rada als Kandidat der Partei "Ukrainische Nationalversammlung". Der dritte Verdächtige wurde mangels Beweisen freigelassen. Am 23. Juni wurde Polischuk gegen eine Kaution von 5 Millionen Hrywnja freigelassen, die der Geschäftsmann und ehemalige erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende der JSC Ukrgazvydobuvannya, Oleksiy Tamrazov, für ihn hinterlegt hatte. Am 2. Juli hob das Gericht diese Entscheidung jedoch auf und verhaftete Polischuk erneut.

Am 9. Dezember 2015 entließ das Petschersky-Bezirksgericht in Kiew den nationalistischen Aktivisten Denys Polischuk, der des Mordes an dem Journalisten Oles Buzina verdächtigt wurde, aus der Untersuchungshaft und ordnete 24-stündigen Hausarrest an. Das Gericht verpflichtete den Angeklagten außerdem zum Tragen einer elektronischen Fußfessel. Seine Untersuchungshaft dauerte bis zum 9. Februar 2016. Am 31. Dezember wurde auch Medvedko unter Hausarrest gestellt.

Am 25. März 2016 lehnte das Petschersky-Bezirksgericht von Kiew die Verlängerung des Hausarrests von Denis Polischuk ab und ersetzte die Hausarrest­maßnahme durch eine persönliche Bürgschaft für Andriy Medvedko.

Im Mai 2016 berichtete Busynas' Mutter, dass die ukrainischen Behörden nicht bereit seien, die Mörder ihres Sohnes zu bestrafen: Die Ermittlungen wurden eingestellt und die Verdächtigen aus der Haft entlassen. In der Folge wurden alle Präventiv­maßnahmen gegen einen der Verdächtigen aufgehoben und jegliche Einschränkungen seiner persönlichen Freiheit aufgehoben. Am 23. Mai 2016 lehnte das Bezirksgericht Petschersky in Kiew die Verlängerung der persönlichen Bürgschaft für Andrij Medwedko, einen Verdächtigen im Mordfall Oles Busyna, ab.

Reaktionen auf Busynas Tod

Der Mord löste in der ukrainischen Regierung und bei Vertretern internationaler Organisationen Bestürzung aus. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bezeichnete den Mord als "Provokation" und äußerte die Ansicht, er ziele darauf ab, die Lage im Land zu destabilisieren. Er übernahm persönlich die Leitung der Ermittlungen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der russische Präsident Wladimir Putin sowie Vertreter der OSZE und des US-Außenministeriums verurteilten den Mord, sprachen der Familie des Opfers ihr Beileid aus und forderten eine umfassende Untersuchung. Auch Journalisten­organisationen (darunter Reporter ohne Grenzen und das US-amerikanische Komitee zum Schutz von Journalisten) forderten eine gründliche Untersuchung und verurteilten den Mord.

Busynas Ermordung gehört zu der Todesserie von ukrainischen Oppositionellen[wp] im Jahr 2015. Der ukrainische Präsident[wp] Petro Poroschenko verurteilte noch am gleichen Tag die offenkundigen Morde als "absichtliche Provokation", die "Öl auf die Mühlen unserer Feinde gieße und die Lage in der Ukraine destabilisiere". Er forderte seine eigenen Behörden zu einer "transparenten Untersuchung" auf. Busynas Tod wurde dem russischen Präsidenten[wp] Wladimir Putin während eines Live-Auftritts bei der Fernseh­sprechstunde "Direkter Draht" gemeldet, woraufhin dieser den Familien der Opfer sein Beileid ausdrückte.[3]

Mehrere Buchhandlungen in Kiew weigern sich, Bücher von Oles Busyna zu verkaufen.[9]

Netzverweise

Gespräche

  • Youtube-link-icon.svg Oles Busyna: Kurze Geschichte der Ukraine - Druschba FM (24. September 2024) (Länge: 1:43:36)
    Original-Video ist vom 22. Dezember 2014
    Oles Busyna, Vater einer Tochter, hatte die "Anti-Maidan"-Bewegung unterstützt. Im Winter 2013/2014 hatte eine Gruppe innerhalb der damaligen Regierungspartei "Partei der Regionen"[wp] versucht, gegen die proeuropäischen Maidan-Demonstrationen, die zum Sturz des verhassten Präsidenten Wiktor Janukowytsch[wp] führten, mit landesweiten, teilweise gewaltsamen Gegenprotesten anzugehen. Busyna lieferte damals fast täglich eine Kolumne, die Millionen Leser fand.
    "Vier Kugeln für Oles" titelt "Vesti", die größte russisch­sprachige Gratis-Tageszeitung der Ukraine. Oles Busyna wurde am Donnerstag­mittag vor seinem Wohnhaus in einer Kiewer Schlafstadt vor den Augen mehrerer Anwohner regelrecht hingerichtet. Mit dem Tod des Autoren und russland­freundlichen Journalisten starben innerhalb von fünf Tagen drei Menschen.

Bücher

  • Ghoul Taras Shevchenko
  • Gebt den Frauen ihre Harems zurück
  • Die geheime Geschichte der Ukraine-Rus
  • Engel Taras Shevchenko" (Teil von "Ghoul Taras Shevchenko")
  • Revolution im Sumpf
  • Die Wiederauferstehung Kleinrusslands
  • Die Vereinigung von Pflug und Dreizack. Wie die Ukraine erfunden wurde
  • Die vor-Kiewer Rus
  • Der Trost der Geschichte
  • Meine Philosophie"

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Олесь Алексеевич Бузина (1969-2015) — украинский писатель, журналист, сценарист и телеведущий[archiviert am 6. Juli 2015], ukrkino.ru am 26. April 2015
    Deutsch: Oles Busyna (1969-2015) - ukrainische Schriftsteller, Journalist, Schriftsteller
  2. Олесь Бузина: между провокатором и политической жертвой, BBC am 17. April 2015 (russisch)
  3. 3,0 3,1 Prorussischer Journalist in Kiew getötet, Die Zeit am 16. April 2015
  4. Attentate auf russland-nahe Oppositionelle in Kiew - 2 Tote, Der Tagesspiegel am 17. April 2015
  5. Schriftsteller wurde auf seiner letzten Reise mit Applaus begleitet auf vesti-ukr.com, abgerufen am 25. April 2015
  6. Reinhard Clasen: Bedrohung für Journalisten, taz am 12. Mai 2016
  7. Mord an prorussischen Persönlichkeiten - Bekenntnis ukrainischer Nationalisten, NZZ am 17. April 2015; "Eine weitere These besagte, dass die die beiden Opfer von Abrechnungen innerhalb des einstigen Regierungslagers geworden sind. So soll Kalaschnikow über Insider-Informationen zur Finanzierung des «Anti-Maidan» verfügt haben, die - so wird in Kiew spekuliert - nach Moskau führen. In dieses Erklärungsmuster passt auch eine Reihe weiterer mysteriöser Todesfälle von ehemaligen Janukowitsch-Anhängern. Bei drei von ihnen wird Selbstmord als Todesart bezeichnet."
  8. Eine rätselhafte Mordserie erschüttert die Ukraine, nachrichten.at am 18. April 2015
  9. Книжные магазины Киева отказываются продавать Бузину, Korrespondent.net am 24. April 2015

Netzverweise

  • Wikipedia führt einen Artikel über Oles Busyna, Todesserie von ukrainischen Oppositionellen
  • Oles Busyna: Kurze Geschichte der Ukraine, DruschbaFM auf Odysee am 24. September 2024
    Das Original-Video ist von 22. Dezember 2014.
    Ole Busina, Vater einer Tochter, hatte die "Anti-Maidan"-Bewegung unterstützt. Im Winter 2013/2014 hatte eine Gruppe innerhalb der damaligen Regierungspartei "Partei der Regionen"[wp] versucht, gegen die proeuropäischen Maidan-Demonstrationen, die zum Sturz des verhassten Präsidenten Viktor Janukowitsch[wp] führten, mit landesweiten, teilweise gewaltsamen Gegenprotesten anzugehen. Busina lieferte damals fast täglich eine Kolumne, die Millionen Leser fand.
    "Vier Kugeln für Oles" titelt "Vesti", die größte russisch­sprachige Gratis-Tageszeitung der Ukraine. Oles Busina wurde am Donnerstag­mittag vor seinem Wohnhaus in einer Kiewer Schlafstadt vor den Augen mehrerer Anwohner regelrecht hingerichtet. Mit dem Tod des Autoren und russland­freundlichen Journalisten starben innerhalb von fünf Tagen drei Menschen.
  • Nina Jeglinski: Drei Morde in fünf Tagen: Ukrainische Nationalisten bekennen sich zu Anschlägen, Der Tagesspiegel am 17. April 2015
    Anreißer: Ukrainische Nationalisten bekennen sich zu Morden an prorussischen Journalisten und Politikern. Die Gruppe droht weiteren "antiukranischen" Personen und setzt ihnen ein Ultimatum, das Land zu verlassen.
  • Paul Flückiger: Mord an prorussischen Persönlichkeiten - Bekenntnis ukrainischer Nationalisten, Neue Zürcher Zeitung am 17. April 2015
    Anreißer: Der Mord an russland­freundlichen Ukrainern in Kiew hat zu Spekulationen über die Hintermänner geführt. Am Freitag bekannte sich eine nationalistische Gruppe zu den Verbrechen.
    Auszug: "Eine weitere These besagte, dass die die beiden Opfer von Abrechnungen innerhalb des einstigen Regierungs­lagers geworden sind. So soll Kalaschnikow über Insider-Informationen zur Finanzierung des "Anti-Maidan" verfügt haben, die - so wird in Kiew spekuliert - nach Moskau führen. In dieses Erklärungsmuster passt auch eine Reihe weiterer mysteriöser Todesfälle von ehemaligen Janukowitsch-Anhängern[wp]. Bei drei von ihnen wird Selbstmord als Todesursache bezeichnet."