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Robert Kagan
| Robert Kagan | |
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| Geboren | 26. September 1958 |
| Beruf | Autor, Berater |
| Ehegatte | Victoria Nuland[wp] |
Robert Kagan (* 1958) ist ein US-amerikanischer Autor, Redner und Politikberater, der unter anderem für US-Regierungen[wp] (unter beiden Parteien) arbeitete. Er zählt zu den bekanntesten Neokonservativen in den USA[wp]. Kagan gilt als Spezialist für internationale Politik, besonders Sicherheitspolitik[wp], Terrorismus, den Balkan[wp], das russisch-US-amerikanische Verhältnis und den Themenkomplex der NATO-Erweiterung.
Leben
Robert Kagan ist der Sohn des Historikers Donald Kagan[wp] (1932-2021), der in Yale[wp] Alte Geschichte lehrte und dort zeitweise Dekan[wp] war; sein jüngerer Bruder Frederick[wp] lehrt als Professor für Militärgeschichte an der US-Militärakademie[wp] in West Point[wp]. Robert Kagan ist Absolvent der Yale University und hat einen Master-Abschluss für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen von der Harvard University[wp]. Später promovierte er zu US-amerikanischer Geschichte[wp] an der American University[wp].
Privates
Kagan ist mit der US-Diplomatin Victoria Nuland[wp] verheiratet. Mit ihr hat Kagan zwei Kinder.
Einschätzung zum Iran-Krieg
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate hat der neokonservative Vordenker Robert Kagan eine vernichtende Kritik an Präsident Trumps Iran-Krieg veröffentlicht. In seinem neuesten Beitrag vom 10. Mai im The Atlantic, einem US-amerikanischen politischen Magazin, argumentiert Kagan, dass der kurze Krieg mit Iran die schlimmste militärische Niederlage der USA in deren Geschichte darstellt - und sogar die von Vietnam[wp] in mehreren entscheidenden Punkten übertrifft. Frühere Konflikte mit suboptimalen Ergebnissen oder klaren Niederlagen seien letztlich dadurch abgemildert worden, dass sie später weit entfernt von den zentralen Schauplätzen des globalen Machtwettbewerbs lagen. Den Unterschied zur US-Niederlage gegen Iran stellt er wie folgt vor:
In dem unmittelbar folgenden Absatz seines Atlantic-Artikels unterlaufen Kagan jedoch gravierende Fehler. Er bringt eine ganze Reihe von Zahlen über die Verluste Irans und beruft sich dabei auf die stark geschönten "offiziellen" Pentagon-Zahlen zu den Verlusten der iranischen Streitkräfte, die einfach lachhaft falsch sind. Irans Außenminister Araghtschi[wp] hat kürzlich seine eigene Einschätzung dazu gegeben, die sicher ebenfalls in die entgegengesetzte Richtung aufgehübscht ist, aber trotzdem weitaus glaubhafter erscheint als das Ergebnis des Pentagon-Wunschdenkens. Die Zahlenfehler kompensiert Kagan anschließend jedoch mit einer realistischen und korrekten historischen Einordnung von Trumps panischem Rückzieher nach seinem Bombenangriff auf iranische Ölanlagen:
Kagan erkennt zutreffend Trumps ausweglose Lage: Selbst wenn Trump versucht hätte, mit voller Wucht zuzuschlagen, um das Gesicht für das prestige-geschädigte US-Militär zu wahren, hätte dies nur in einer Katastrophe enden können. Auch wenn Trump Iran als Teil einer Exit-Strategie hätte bombardieren wollen - um den "Starken Mann" zu demonstrieren und den Rückzug zu kaschieren -, hätte er das nicht ausführen können, ohne diese Katastrophe zu riskieren. Wenn das nicht Schachmatt ist, dann kommt es dem sehr nahe. Kagan skizziert anschließend, wie eine US-Niederlage in der Praxis aussehen wird, und stellt zu Recht fest, dass Iran nach Kriegsende keinerlei Anreiz mehr hat, die Kontrolle über die Straße von Hormus aufzugeben:
Kagan weist korrekt darauf hin, dass Iran fortan dauerhaft Zölle auf die Passage durch die Meerenge erheben wird und die meisten Länder gezwungen sein werden, sich nach Irans Vorgaben zu richten. Sie haben schließlich mit eigenen Augen gesehen, dass die US-Marine nicht in der Lage war, die Situation irgendwie zu verändern. Die Macht, die Schifffahrt durch die Straße zu blockieren oder zu kontrollieren, ist unmittelbarer und wirkungsvoller als das theoretische Potenzial des iranischen Atomprogramms. Dieser Hebel ermögliche es den Machthabern in Teheran, andere Staaten zu zwingen, Sanktionen aufzuheben und die Beziehungen zu normalisieren - oder mit Konsequenzen zu rechnen. Und dann warnt der Top-Zionist Kagan:
Der letzte oben genannte Punkt ist besonders aufschlussreich: Kagan beklagt, dass Israel unfair "unter Druck" gesetzt werde, seine genozidale Politik im Gazastreifen und in Libanon nicht weiterzuverfolgen, weil Iran zu mächtig werden würde. Kagan schließt seinen Artikel mit einer scharfen Verurteilung der amerikanischen Niederlage gegen die "zweitrangige Macht" Iran:
Die globale Anpassung an eine post-amerikanische Weltordnung beschleunigt sich rasant. Amerikas einst dominante Stellung im Golf ist nur der erste von vielen Verlusten, die auf Washington zukommen. Die von Kagan im Artikel aufgeworfene Frage zur "Kriegsbereitschaft" Amerikas ist längst beantwortet: Die Bereitschaft der USA sei endgültig und unwiderruflich nicht mehr vorhanden, wenn es gegen echte Weltmächte wie Russland oder China gehe, meinte der unter dem Pseudonym "Simplicius" schreibende Kommentator geopolitischer Entwicklungen am 11. Mai auf seinem Substack-Kanal. Amerikanische Waffenbestände wären in wenigen Tagen erschöpft, und es fehle an einer industriellen Basis, um Nachschub zu produzieren. Das sei keine offene Frage mehr, sondern eine klar und eindeutig feststehende Tatsache. Dennoch bleibt die Frage offen, welchen Zweck Kagans Polemik in The Atlantic eigentlich verfolgt. Warum malt er den Niedergang der amerikanischen Hegemonie im Nahen Osten, den Präsident Trump verursacht haben soll, derart düster aus? Im Unterschied zu früheren Kommentaren bietet er keine eigenen Lösungen, Alternativen oder Vorschläge an. Ist Kagan angesichts des angerichteten Chaos wirklich ratlos, oder steckt ein anderer, hinterhältiger Beweggrund hinter diesem Artikel in The Atlantic? Simplicius bietet eine Antwort auf diese Frage an. Demnach verurteilt Kagan den laufenden Krieg offenbar, um sich von dem größten Desaster einer ganzen Generation zu distanzieren. Er will das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen, um so viel Glaubwürdigkeit wie möglich für die zukünftige historische Bewertung im Rückblick zu retten. Damit hätten er und seine neokonservativen Kriegstreiber - so das mögliche Kalkül - in ein paar Jahren eine zweite Chance. Dann könnten sie in fünf bis zehn Jahren bei einer nächsten Krise im Fernsehen behaupten:
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| – RT Deutsch[2] |
Anmerkungen
- ↑ Der Ausdruck Status quo ante geht auf eine Formel der lateinischen Rechtssprache zurück: in statu quo ante - "in dem Zustand, in dem [es] vorher [war]". Dies ist eine Kürzung aus in statu quo res erant ante bellum "in dem Zustand, in dem die Dinge vor dem Krieg waren" (status steht hier nach der Präposition in im Ablativ, deshalb statu).
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Robert Kagan: Checkmate in Iran, The Atlantic am 10. Mai 2026
- Angreißer: Washington can't reverse or control the consequences of losing this war.
- ↑ Rainer Rupp: Führender US-Kriegstreiber: Schachmatt für Washington am Persischen Golf, RT Deutsch am 12. Mai 2026
- Anreißer: Der eingefleischte Zionist und Vordenker der neokonservativen US‑Kriegstreiber hat in einem US-Politik-Magazin in einem unglaublich realistischen Artikel die USA als Papiertiger bezeichnet, der die Folgen seiner Niederlage gegen Iran weder rückgängig machen noch kontrollieren kann.
Netzverweise
- Wikipedia führt einen Artikel über Robert Kagan