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The Game
- Autor
- Neil Strauss
- Titel
- The Game. Undercover in the Secret Society of Pickup Artists.
- Verlag
- ReganBooks, September 2005, ISBN 0-06-055473-8
- Deutscher Titel
- Die perfekte Masche. Bekenntnisse eines Aufreißers
- Verlag
- List Verlag, 2006
- Canongate Books, 2006, ISBN 1841957860
Das Buch The Game: Penetrating the Secret Society of Pickup Artists, in Deutschland 2006 beim List Verlag unter dem Titel Die perfekte Masche. Bekenntnisse eines Aufreißers erschienen, ist ein im autobiographischen Stil geschriebenes Buch des US-amerikanischen Rolling-Stone[wp]-Journalisten Neil Strauss. In diesem Werk berichtet er über zwei Jahre seines Lebens, in denen er sich unter dem Pseudonym Style der Subkultur der Verführerszene anschloss und von einem im Umgang mit Frauen unbeholfenen Mann zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten pick-up artists ("Aufreißer") und dating coaches der Szene wurde. Das Buch war bei der Veröffentlichung in den USA 2005 und ein Jahr später in Deutschland ein großer Verkaufserfolg und machte sowohl Strauss als auch seinen Mentor Erik von Markovik ("Mystery") einem größeren Publikum bekannt.[1]
Inhalt
Der Autor, Neil Strauss, Journalist, ein junger Mann mit nur mäßigem Erfolg bei Frauen, bekommt die Aufgabe, die sogenannte Seduction Community zu erforschen und darüber einen Artikel zu schreiben. In der Community beschäftigen sich Männer praktisch, wie man möglichst schnell und effektiv die Hindernisse überwindet und eine sexuelle Beziehung zu Frauen aufbauen kann, und tauschen intensiv Erfahrungen aus.
Strauss findet Interesse ist an den Lehren der Community und wird vom Beobachter zum Teilnehmer, bekannt unter dem Namen Style. Er nimmt an Kursen des Anmachexperten Mystery teil, wird dessen Assistent, wird im Laufe von wenigen Monaten sehr erfolgreich bei Frauen und wird selbst einer der Gurus in der Szene. Mit anderen Männern der Szene gründet er eine Wohngemeinschaft Project Hollywood, in der sich aber zunehmend Misstrauen und Intrigen ausbreiten. Zur gleichen Zeit lernt Strauss seine Freundin Lisa kennen, die als Frau ebenso alle Tricks und Kniffe der Partnersuche kennt und für Strauss die größte Herausforderung darstellt. Schließlich verlässt Strauss das Project Hollywood.
Rezensionen
Rezension von Tobias_n:
| Zitat: | «Neil Strauss war ein AFC (average frustrated chump) oder in deutscher Terminologie ein "Spätzünder", mittelmäßig attraktiv, mittelmäßige soziale Fähigkeiten, mittelmäßig erfolgsarm bei Frauen, wohl ein durchschnittlicher Mann, bis er der Seduction Community beigetreten ist, wo er als "Style" bekannt wurde. Erstaunlich ist, daß er innerhalb von nur sechs Monaten einen Großteil der Pickup-Skills erlernt hat, zum Pickup Artist (PUA) geworden ist, sämtliche Frauen "herumkriegen" kann, dem Guru Mystery assistieren und sogar eigene Kurse geben konnte. Gut, er hat den ganzen Tag Zeit gehabt. Trotzdem hätte ich mindestens zwei Jahre für eine so gravierende persönliche Wandlung angesetzt.
Andere Teilnehmer seiner und Mysterys Pickup-Kurse sind ebenfalls Spätzünder bis hin zu männlichen Jungfrauen, ähnlich der Zusammensetzung der Absolute-Beginner-Foren. Auch sie haben es durch die Kurse immerhin zum ersten Sex gebracht. Wie lange brauchen sie bis zum erfolgreichen PUA? Das Buch ist kein Ratgeber sondern ein Erlebnisbericht. Die verschiedenen Techniken sind umschrieben oder anhand eines Beispiels erklärt, so daß der Leser das Prinzip versteht, aber noch nicht nachmachen kann. Für Interessierte gibt es Hinweise auf weiterführende Literatur. Das Buch bietet auch einen guten Querschnitt über die bekannten Meister der Szene. Jeder Meister hat seine Schwerpunkte, die sich aber nicht gegenseitig ausschließen: Gruppendynamik und Gesprächsführung von Mystery, "frech & spaßig" von David DeAngelo, Wachhypnosen von Ross Jeffries, andere Alphas ausbooten und gar wegmobben von Tyler Durden usw. Teilweise schlichte Gruppendynamik, teilweise gezielte Manipulation. Obwohl Style voll im Geschehen dabei ist, hält er (zumindest im Buch) noch etwas Distanz und findet rechzeitig den Absprung, bevor Intrigen und Chaos überhand nehmen. Die Handlung wirkt zu bizarr, unglaubwürdig und zu gut, um wahr zu sein. Aber es gibt viele Berichte in Newsgruppen, die alle in die gleiche Richtung zielen und in den Massen einfach nicht gefälscht sein können. Und manche Beobachtungen von männlichen ABs sprechen auch dafür. Ich gehe daher davon aus, daß alles stimmt. PUAs bauen Kontakte mit anderen Menschen ebenso geschickt auf, wie unsereins mit Lego gespielt hat: Um nicht mit sexueller Anmache Frauen zu nerven, gibt es "opener" (situationsbedingte Gesprächseröffnungen). Wenn es keine situationsbedingten opener gibt, dann erfinden sie dreist "canned opener" (vorgefertige Vorwände). Um Frauen in sets (Gruppen) anzumachen, nimmt man Kontakt mit der Gruppe auf und ignoriert die Frau. Um attraktive Frauen anzuziehen, muß man sie mit "neg hits" verunsichern (necken). Um sie ungestört anzumachen, "isoliert" man sie. Um ihr Interesse zu wecken, muß man sie abwechselnd mit Zeichen von Interesse und Desinteresse bearbeiten. Damit ihre Freunde nicht stören, hat der PUA einen "wing" (Assistenten), der die Gruppe beschäftigt hält. Und vieles mehr. Und kurz vor dem Sex gibt es "last minute resistance", der durch einen "freeze-out" erfolgreich bekämpft wird. Eines baut auf dem anderen auf. Simpel, wie Lego eben. Trotzdem erschlägt einen die Vielfalt und Komplexität dieser Psychospiele. Die Techniken werden nicht nach gut und böse unterteilt sondern nach funktioniert und funktioniert nicht. Ethische Bedenken spielen nur eine kleine Rolle. Mystery: "Es ist nicht lügen. Es ist flirten!" Die Frauen gehen freiwillig mit, keine Spur von Gewaltanwendung über die gewagten Manipulationen hinaus. Die Seduction Community hat mehr geleistet als 100 Jahre Soziologie und Psychologie. Höhepunkte sind, wie Mystery in Belgrad ein 16-jähriges Mädchen unter den Augen ihres serbischen Freundes ausspannt (Soldat, hirnloser Schlägertyp, bewaffnet und wahrscheinlich auch ein Massenmörder). Oder wie Papa mit irgendeiner Eso-Scheiße ("chick crack") die Telefonnummer von Paris Hilton[wp] abluchst. Dadurch, daß die "Noch-nicht-Freundin" von Styles Freund sich dummerweise in Style verliebt, wird unmißverständlich klargestellt, daß auf dem freien Partnermarkt die Reihenfolge "erst Freundschaft, dann Sex" nicht funktioniert. Umgekehrt schon. Die Techniken zielen einzig und alleine auf die Etablierung einer sexuellen Partnerschaft hin. Was der PUA daraus macht, ob ONS oder lebenslange Beziehung, bleibt ihm und der Frau überlassen. Anmachen werden zuhauf beschrieben, aber nicht wie die Frauen wieder "entsorgt" wurden oder von alleine gegangen sind. Meine Vermutung wird bestätigt, daß Sexfreundschaften knüpfen und Liebesbeziehungen aufrechterhalten sehr unterschiedliche Fähigkeiten erfordern. Es stellt sich heraus, daß sogar Mystery selbst schließlich daran verzweifelt, daß er keine Freundin findet und kurzzeitig in der Psychiatrie landet. Auch Style erlebt am Beispiel seiner Freundin Lisa, daß bei all den hochgerüsteten Psychospielchen irgendwann die Fassade fallen muss, wenn eine richtige Liebesbeziehung entstehen soll. Also: Männer mögen beziehungsfähig sein oder auch nicht. Aber um das festzustellen, müssen sie erstmal Pickup-Skills erwerben, eine Beziehung mit Sex aufbauen, und können dann erst feststellen, ob sie beziehungsfähig sind und ggf. daran arbeiten. Wer nur beziehungstauglich ist, aber keine Anmachfähigkeiten hat, geht leer aus. Durch das Buch wird klar, wo herkömmliche Flirtratgeber unvollständig sind, in die Irre führen oder gar gezielt Schwachsinn verbreiten. Die Techniken aus der Community kann man gut oder böse finden. Aber Tatsache ist, daß sie funktionieren, während "normales, nettes und rücksichtsvolles" Verhalten nicht funktioniert. Darüber muss man zumindest nachdenken. Und ein guter Nebeneffekt ist übrigens, daß PUAs dadurch über besseren Umgang mit Freunden und am Arbeitsplatz berichten. Es stecken zahlreiche Überraschungen und Erkenntisse im Buch. Beispielsweise, daß nicht nur erfolglose Männer, sondern auch PUAs trotz guter Erfahrungen zu Frauenhassern werden können! Sie sehen nämlich, wie manche Frauen beispielsweise von unbegrenzter Treue faseln, während sie mit jedem (d.h. jedem PUA) ins Bett springen, der die richtigen Worte in der richtigen Reihenfolge aufsagt. Sehr desillusionierend. Die Seduction Community sieht die ganze Anmache als ein Spiel, das Spaß machen muss, um gespielt werden zu können. Man kann den Spaß der PUAs nachvollziehen, vor allem wenn man ein Mindestmaß an Erfolg hat. Auch den Suchtcharakter. Für Männer bleiben einige Fragen offen: Wie lange dauert es? Können ABs das überhaupt noch lernen? Wo sind die Grenzen? Soll ein Mann eine Frau akzeptieren, die nur durch diese elaborierten Spielchen herumzukriegen war. Oder braucht ein Mann diese Fähigkeiten nur, um sich überhaupt auf diesem Minenfeld bewegen zu können? Kurz gesagt: Das Buch ist voller Überraschungen, bizarrer Erfahrungen, Sex, Abstürzen bis zur Psychiatrie, Lebensweisheiten und Inspirationen. Es ist voller Leben. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch für Männer. Es gehört m.E. neben Fritz Zorn und Michel Houellebecq[wp] zu den Pflichtlektüren für Männer, die bisher bei Frauen erfolglos waren. Vielleicht bringt es auch Frauen die eine oder andere Einsicht in männliches Verhalten. Ich empfehle die englische Ausgabe, da die deutsche schlecht übersetzt ist und kein Glossar hat. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und Inspiration. Vielleicht bringt's ja was.» |
Einzelnachweise
- ↑ Wikipedia: Die perfekte Masche
Netzverweise
- Die deutschsprachige Wikipedia führt einen Artikel über Die perfekte Masches
- Die englischsprachige Wikipedia führt einen Artikel über The Game: Penetrating the Secret Society of Pickup Artists
| Dieser Artikel basiert in überarbeiteter Form auf dem Artikel The Game (11. Oktober 2014) aus dem Absolute Beginner Wiki. Der AB-Artikel steht unter der Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0). |